Per Überweisung an einen Fakeshop gezahlt
Bei einer Überweisung kommt es mehr als bei jeder anderen Zahlart darauf an, wie schnell du bist. Ruf zuerst deine Bank an. Hier steht, was jetzt noch geht, was du am Telefon sagst, was die Empfängerüberprüfung bedeutet und warum das Geld trotzdem oft nicht zurückkommt.
Dein nächster Schritt
Ruf jetzt deine Bank an.
Heute noch anrufenBitte um einen Rückruf (Recall) wegen Betrugs und darum, dass die Bank die Empfängerbank warnt. Danach bestätigst du das Telefonat schriftlich.
Betreff Bitte um Rückruf einer Überweisung wegen Betrugs
Was jetzt noch geht
Entscheidend ist, ob dein Auftrag schon bei deiner Bank eingegangen ist. Im Zweifel weiß das nur die Bank. Frag am Telefon nach, statt im Banking nachzusehen.
Auftrag noch nicht bei der Bank eingegangen oder Terminüberweisung
Widerruf möglichBis der Auftrag bei deiner Bank eingeht, kannst du ihn widerrufen. Bei einer Terminüberweisung geht das bis zum Ende des Geschäftstags vor dem vereinbarten Tag (§ 675p Abs. 3 BGB). Lösch den Auftrag im Banking oder ruf an.
Auftrag ist eingegangen oder ausgeführt
Nur noch Rückruf über die EmpfängerbankNach § 675p Abs. 1 BGB ist der Auftrag jetzt unwiderruflich. Deine Bank kann bei der Empfängerbank einen Rückruf anfragen. Diese muss innerhalb von 15 Bankgeschäftstagen antworten. Zurück kommt das Geld nur, wenn der Empfänger zustimmt und es noch auf dem Konto liegt.
Echtzeitüberweisung
In Sekunden beim EmpfängerEine Echtzeitüberweisung ist sofort ausgeführt. Ein Stopp ist nicht mehr möglich. Es bleibt derselbe Rückruf über die Empfängerbank, mit denselben Grenzen. Ruf deine Bank trotzdem sofort an.
- 13 MonateRückruf anfragen
Stoppen lässt sich eine Überweisung nur, bis der Auftrag bei deiner Bank eingeht. Danach bleibt der Rückruf. Die Empfängerbank antwortet binnen 15 Bankgeschäftstagen, Geld kommt nur mit Zustimmung des Empfängers zurück.
Das legst du dir vor dem Anruf hin
Am Telefon klärt die Bank sofort, was noch möglich ist. Bitte um einen Rückruf der Überweisung wegen Betrugs und darum, dass die Bank die Empfängerbank über den Verdacht informiert.
- Datum und Uhrzeit der Überweisung
- Betrag und Verwendungszweck
- Name und IBAN des Empfängers, wie du sie eingegeben hast
- Was die Empfängerüberprüfung vor der Freigabe angezeigt hat
- Adresse des Shops und Bestellnummer
- Aktenzeichen der Anzeige, sobald du es hast
Ich habe am [Datum] um [Uhrzeit] [Betrag] Euro an die IBAN [IBAN des Empfängers] überwiesen, Verwendungszweck [Zweck]. Der Empfänger ist ein betrügerischer Online-Shop. Ist der Auftrag schon ausgeführt? Falls ja, bitte veranlassen Sie einen Rückruf bei der Empfängerbank wegen Betrugs und informieren Sie die Empfängerbank über den Verdacht.
Ersetz die eckigen Klammern. Die Mailvorlage zur Bestätigung steht oben und auf der Seite zur Überweisung.
Was hat dir die Empfängerüberprüfung angezeigt?
Seit dem 9. Oktober 2025 vergleichen Banken im Euroraum vor jeder Überweisung den Namen, den du eingibst, mit dem Inhaber der IBAN. Das Ergebnis siehst du vor der Freigabe. Für deinen Fall ist wichtig, welches es war.
- Name, den du eingegeben hast
- [Name aus dem Shop]
- IBAN des Empfängers
- DE00 0000 0000 0000 0000 00
- Kontoinhaber laut Empfängerbank
- [Name des Kontoinhabers]
Die Bank vergleicht beide Namen und meldet eines der vier Ergebnisse. Platzhalter, keine echten Daten.
- Übereinstimmung
Name und IBAN passen zusammen. Das sagt nur, dass das Konto dem eingegebenen Namen gehört. Ob der Shop seriös ist, sagt es nicht.
- Nahezu übereinstimmend
Die Bank zeigt dir den hinterlegten Namen des Kontoinhabers. Weicht er vom Shop ab, ist das ein Warnzeichen.
- Keine Übereinstimmung
Die Bank warnt dich, dass das Geld an jemand anderen gehen kann. Gibst du trotzdem frei und landet das Geld beim falschen Empfänger, haftet sie nach der Verordnung nicht.
- Keine Prüfung angeboten
Banken im Euroraum müssen die Prüfung seit 9. Oktober 2025 kostenlos anbieten. Hat deine Bank das nicht getan und wurde die Zahlung deshalb fehlerhaft ausgeführt, muss sie erstatten.
Warum das Geld oft nicht zurückkommt
Das liegt nicht an dir und meist auch nicht an deiner Bank.
- Konten von MittelspersonenFakeshops lassen sich oft auf Konten angeworbener oder getäuschter Dritter zahlen. Von dort wird das Geld meist schnell weitergeleitet oder abgehoben.
- Der Rückruf braucht ZustimmungDas SEPA-Regelwerk verpflichtet die Empfängerbank zur Antwort, nicht zur Rückzahlung. Ohne Zustimmung des Empfängers bleibt das Geld, wo es ist.
- Kontoverbindungen wechselnDie IBAN im Shop wird oft nach kurzer Zeit getauscht oder ist bereits gesperrt, wenn deine Bank reagiert.
Anzeige erstatten
Die Anzeige richtet sich gegen den Inhaber des Empfängerkontos. Gib die IBAN aus deinem Kontoauszug an. Wähl dein Bundesland. Wenn der Tatort unbekannt ist, ist das dein Wohnort.
Wähle dein Bundesland. Bei einem Fakeshop ist der Tatort meist unbekannt, dann zählt dein Wohnort.
Du wohnst nicht in Deutschland?
- Du wohnst in ÖsterreichAnzeige bei der Polizei, Meldung bei Watchlist Internet, Beratung.
- Du wohnst in der SchweizAnzeige bei der Kantonspolizei, Meldung beim Bundesamt für Cybersicherheit.
- Der Shop sitzt im EU-AuslandDas Europäische Verbraucherzentrum Deutschland hilft kostenlos bei Streit mit Händlern in anderen EU-Ländern, Island und Norwegen.
Häufige Fragen
Kann ich eine Überweisung selbst stornieren?
Nur solange der Auftrag nicht bei deiner Bank eingegangen ist, bei einer Terminüberweisung bis zum Ende des Geschäftstags vor dem Ausführungstag. Danach ist er nach § 675p BGB unwiderruflich. Lösch den Auftrag im Banking oder ruf deine Bank an. Eine Echtzeitüberweisung ist sofort ausgeführt, dort ist kein Stopp mehr möglich.
Wie lange hat die Empfängerbank Zeit?
Nach dem SEPA-Überweisungsregelwerk muss sie innerhalb von 15 Bankgeschäftstagen auf einen Rückruf antworten. Antwortet der Empfänger in dieser Zeit nicht, gibt sie eine negative Antwort. Das Regelwerk verpflichtet die Empfängerbank zur Antwort. Eine Pflicht zur Rückzahlung folgt daraus nicht, das Geld kommt nur zurück, wenn der Empfänger zustimmt und es noch auf dem Konto liegt.
Haftet meine Bank, weil sie an Betrüger überwiesen hat?
In der Regel nicht. Eine Überweisung, die du freigegeben hast, gilt als korrekt ausgeführt. Eine Ausnahme gilt, wenn die Bank die vorgeschriebene Empfängerüberprüfung nicht angeboten hat und die Zahlung dadurch fehlerhaft ausgeführt wurde.
Lohnt sich eine Anzeige, obwohl das Geld vermutlich weg ist?
Ja. Sie ermöglicht Ermittlungen gegen den Kontoinhaber, und deine Bank kann das Aktenzeichen beim Rückruf verwenden. Halte Datum und Uhrzeit, Betrag, Verwendungszweck, Name und IBAN des Empfängers sowie die Adresse des Shops bereit, damit die Anzeige vollständig ist.
Quellen · geprüft am 2. Oktober 2026
Diese Seite ist eine allgemeine Orientierung. Ob ein Rückruf gelingt, hängt vom Einzelfall, vom Zeitpunkt und vom Empfänger ab. Für eine verbindliche Einschätzung wende dich an deine Bank, eine Verbraucherzentrale oder eine Anwältin bzw. einen Anwalt.