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Checkliste vor dem Online-Kauf

Du kennst den Shop nicht? Hak die Punkte ab, bevor du bezahlst. Dazu siehst du, welche Zahlart dir einen Weg zurück lässt und welche Maschen gerade laufen, und bekommst fertige Texte für Shop, Bank und Siegel-Aussteller.

Warum ein Punkt wichtig ist und wie er in einem echten Shop aussieht, zeigen wir mit Beispielen unter Fakeshop erkennen

13 Punkte zum Abhaken

Geh die Punkte der Reihe nach durch. Sieh dir jeden offenen Punkt noch einmal an.

0 von 13 abgehakt

Noch nichts abgehakt. Die Reihenfolge folgt deinem Einkauf: erst recherchieren, dann Impressum, dann Kasse.

Die Häkchen speichert nur dein Browser, damit sie beim nächsten Besuch noch da sind. An unseren Server geht davon nichts. Ein offener Punkt beweist keinen Betrug. Bietet die Kasse keine geschützte Zahlart, kann das allein ein Grund sein, nicht zu bestellen.

Bevor du etwas in den Warenkorb legst0 von 4

Preissuchmaschine mit Modellnummer · Warum?

auch auf unabhängigen Bewertungsportalen und im Shop selbst

lookup.icann.org, bei .de im Internet Archive · Warum?

Befunde, Quellen und Datenlücken lesen · Zur Shop-Prüfung

Im Impressum und in den Rechtstexten0 von 4

Warum?

handelsregister.de, USt-IdNr. über VIES · Warum?

Widerrufsbelehrung öffnen · Warum?

vor einer größeren Bestellung einmal anrufen oder schreiben

In der Kasse0 von 3

Rechnung, Lastschrift, PayPal Waren und Dienstleistungen, Kreditkarte · Warum?

Warum?

auch nicht per E-Mail oder Messenger nach der Bestellung

Direkt nach der Bestellung0 von 2

Screenshots oder PDF, falls der Shop später offline ist

ab diesem Datum laufen Nachfrist und Rückholwege · Fristen je Zahlart

Gedruckt erscheinen die Punkte mit deinen Häkchen, ohne Kopf und Fuß der Seite.

Zahlarten im Vergleich

Die Kurzfassung sortiert nach dem Schutz, den du bei einem Fakeshop hast. Schutz, Frist und Quelle je Zahlart stehen auf der Seite Zahlarten im Vergleich.

  • Schutz durch Gesetz oder Ablauf
    • Kauf auf Rechnungkeine Rückholfrist nötig
    • SEPA-Lastschrift8 Wochen, ohne Mandat 13 Monate
  • Schutz mit Bedingungen
    • PayPal-Käuferschutz180 Tage, dann 20 Tage
    • Kreditkarte (Chargeback)Bei der Bank erfragen
    • Klarna-Käuferschutz120 Tage
  • Kein Weg zurück
    • Überweisung und EchtzeitüberweisungSofort; Rückruf nur mit Zustimmung
    • PayPal „Freunde und Familie“kein Käuferschutz
    • Gutscheinkarten, Bargeldtransfer, Kryptowährungkein Rückweg

Die Einordnung ist redaktionell und ersetzt keine Rechtsberatung. Maßgeblich sind die Bedingungen deiner Bank und des Zahlungsdienstes. Fristen gelten für Deutschland.

Alle Zahlarten mit Schutz, Frist und Quelle

Maschen der Saison

Fakeshops folgen der Nachfrage. Die Übersicht zeigt, welche Angebote in welcher Jahreszeit auffallen.

  • Oktober bis Februar
    Heizöl, Pellets, Brennholz

    In der Heizsaison locken Fakeshops mit Brennstoffpreisen weit unter Markt und verlangen Vorkasse für die ganze Liefermenge.

  • November
    Black Friday und Cyber Week

    Rabattwochen sind ein passender Vorwand für Lockangebote und Countdowns. Prüf unbekannte Shops trotzdem in Ruhe.

  • November und Dezember
    Geschenke: Spielzeug, Elektronik, Schmuck

    Gesuchte Geschenke, die anderswo ausverkauft sind, tauchen in Fakeshops „sofort lieferbar“ auf.

  • März bis Mai
    Garten, Werkzeug, Möbel

    Zum Beginn der Garten- und Renovierungszeit werden Markenwerkzeug und Gartenmöbel stark reduziert angeboten.

  • ganzjährig
    Paketnachrichten zu Zoll oder Nachporto

    Gefälschte SMS und Mails rund um Bestellungen greifen Zahlungsdaten ab. Öffne die Sendungsverfolgung direkt beim Paketdienst.

Vorlagen zum Kopieren

Kopieren, Platzhalter in eckigen Klammern ersetzen, abschicken. Die Briefe sind förmlich, weil sie an Unternehmen gehen.

Nachfrist an den ShopDer Liefertermin ist verstrichen und der Shop antwortet ausweichend.

Die Frist zum Rücktritt regelt § 323 BGB. Wähl eine angemessene Frist und schick die Nachricht so, dass du den Versand belegen kannst. § 323 BGB

Betreff: Nachfrist zur Lieferung, Bestellung [Bestellnummer] vom [Datum]

Sehr geehrte Damen und Herren,

am [Datum] habe ich bei Ihnen [Artikel] bestellt und [Betrag] per [Zahlart] bezahlt. Der zugesagte Liefertermin [Datum] ist verstrichen, die Ware ist nicht bei mir eingegangen.

Ich setze Ihnen hiermit eine Frist zur Lieferung bis zum [Datum]. Nach erfolglosem Ablauf dieser Frist trete ich vom Kaufvertrag zurück und fordere den gezahlten Betrag zurück.

Mit freundlichen Grüßen
[Dein Name]
Bitte an Bank oder ZahlungsdienstDu hast bezahlt, und der Shop liefert nicht oder ist nicht mehr erreichbar.

Ruf bei einer Überweisung zusätzlich sofort an. Welche Frist für deine Zahlart gilt, steht auf der Seite „Geld zurück“. Zu den Fristen je Zahlart

Betreff: Rückbuchung wegen Verdacht auf Betrug, Bestellung [Bestellnummer]

Sehr geehrte Damen und Herren,

am [Datum] habe ich bei [Shop-Adresse] eine Bestellung aufgegeben und per [Zahlungsart] bezahlt. Der Shop steht im Verdacht, ein Fakeshop zu sein. Die bestellte Ware wurde bislang nicht geliefert.

Ich bitte Sie, die Zahlung zu prüfen und ggf. eine Rückbuchung zu veranlassen. Belege sende ich gerne nach.

Mit freundlichen Grüßen
[Dein Name]
Hinweis an den Siegel-AusstellerEin Shop zeigt ein Siegel, das sich beim Aussteller nicht bestätigen lässt.

Die Kontaktwege der Aussteller stehen jeweils auf der Siegel-Seite. Zu den Gütesiegeln

Betreff: Mögliche missbräuchliche Nutzung Ihres Siegels auf [Domain]

Sehr geehrte Damen und Herren,

der Online-Shop [Domain] zeigt Ihr Siegel [Name des Siegels]. Beim Klick öffnet sich [kein Zertifikat / eine fremde Seite], und in Ihrer Liste zertifizierter Shops finde ich den Shop nicht.

Ein Screenshot vom [Datum] liegt bei. Ich bitte Sie, die Nutzung zu prüfen.

Mit freundlichen Grüßen
[Dein Name]

Schon bezahlt?

Die ausführliche Hilfe steht auf eigenen Seiten. Hier die ersten drei Schritte.

  1. Bank oder Zahlungsdienst sofort kontaktieren

    Der Weg hängt von der Zahlart ab: Lastschrift zurückgeben, Chargeback beantragen, Überweisung zurückrufen lassen, bei PayPal einen Konflikt melden.

  2. Beweise sichern

    Angebot, Bestellbestätigung, Mails und Zahlungsbeleg als Screenshot oder PDF.

  3. Anzeige erstatten

    Online über die Onlinewache deines Bundeslandes oder vor Ort. Das Aktenzeichen hilft gegenüber Bank und Zahlungsdienst.

Häufige Fragen

Welche Zahlart schützt mich am besten?

Der Kauf auf Rechnung, weil du erst nach Erhalt der Ware zahlst. Danach kommen Lastschrift (gesetzliche Rückgabe innerhalb von acht Wochen) sowie PayPal Waren und Dienstleistungen, Kreditkarte und Klarna mit vertraglichem Schutz unter Bedingungen. Eine Überweisung lässt sich nach der Ausführung nicht einseitig zurückholen.

Muss ich alle Punkte der Checkliste abhaken?

Nein. Die Liste ist ein Gerüst. Ein einzelner offener Punkt beweist keinen Betrug, ein schwerer Punkt wie eine Kasse ohne geschützte Zahlart kann aber schon reichen, um nicht zu bestellen. Gespeichert wird nichts, die Häkchen verschwinden beim Neuladen.

Wie prüfe ich das Alter einer Domain?

Über lookup.icann.org. Für .de-Domains zeigt die DENIC kein Registrierdatum, dort hilft ein Blick ins Internet Archive (web.archive.org).

Sind Gütesiegel ein sicherer Beweis?

Nur, wenn der Aussteller zu dieser Domain ein gültiges Zertifikat führt. Ein Logo ohne Link ist ein Bild und kein Nachweis. Den Prüfweg je Siegel findest du im Gütesiegel-Ratgeber.

Was mache ich, wenn ich schon bezahlt habe?

Kontaktiere Bank oder Zahlungsdienst möglichst früh, sichere Belege und erstatte Anzeige. Welcher Weg und welche Frist für deine Zahlart gelten, steht auf der Seite „Geld zurück“.

Quellen