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Gefälschte Gütesiegel: so prüfst du ein Siegel im Shop

Ein Siegel im Shop ist zunächst eine Grafik. Wie du bei Trusted Shops, EHI und dem österreichischen Gütezeichen das Zertifikat prüfst, warum der Klick allein nicht reicht und was unsere Shop-Prüfung an dieser Stelle nachsieht.

  • aktualisiert am 3. Oktober 2026
  • ca. 9 Min. Lesezeit
  • 13 Quellen
Eine Hand hält eine Lupe vor ein goldenes Siegel auf einem Laptop-Bildschirm.

Ein Gütesiegel im Shop ist zunächst eine Grafik. Ob eine Prüfung dahintersteht, zeigt das Verzeichnis des Siegelanbieters: Ruf es selbst auf und such den Shop dort. Der Klick auf das Siegel im Shop ist höchstens ein Zusatz, weil der Shop den Link selbst setzt. Trusted Shops beschreibt in seiner Hilfe (Fassung vom August 2026) ein erweitertes Siegel mit persönlicher Echtheitskennung. Das EHI führt eine öffentliche Liste von Shops, die sein Siegel ohne Berechtigung zeigen.

Woran du ein echtes Siegel von einem Bild unterscheidest

Hinter einem echten Siegel steht ein Zertifikat beim Anbieter, hinter einem Bild nichts. Am zuverlässigsten prüfst du das im Verzeichnis des Anbieters, das du selbst aufrufst. Verbraucherzentrale und BSI beschreiben zusätzlich den Klick auf das Siegel.Laut Verbraucherzentrale (Stand 12. November 2025) musst du auf die Internetseite des Siegelbetreibers weitergeleitet werden, wo das gültige Prüfzertifikat angezeigt wird. Das Zertifikat muss den Shop nennen, von dem aus verlinkt wurde.Die Verbraucherzentrale schreibt weiter: „Führt der Link nur auf eine beliebige Seite oder können Sie das Siegel sogar gar nicht anklicken, dürfte es sich hingegen um eine Fälschung handeln.“

Das BSI führt das klickbare Siegel als eines von sieben Merkmalen: Beim Klick erscheinen weitere Informationen zu Shop und Bestellprozess, bei Fakeshops seien die Siegellogos oft nicht klickbar oder erfunden. Die Polizeiliche Kriminalprävention rät: „Sei skeptisch, wenn ein Shop Gütesiegel aufführt, aber nicht zu den Ausstellern verlinkt.“ Was ein Gütesiegel leisten soll, steht im Glossar.

So prüfst du Trusted Shops, EHI und das österreichische Gütezeichen

Jeder Anbieter hat einen eigenen Prüfweg. Die Angaben stammen von den Seiten der Anbieter, abgerufen am 3. Oktober 2026.

  • Trusted Shops. Der Anbieter führt eine Shopsuche mit allen aktuell zertifizierten Shops. Such den Shop dort. Das Siegel ist nach Angaben des Anbieters immer klickbar und führt zum Zertifikat des Shops auf der Seite von Trusted Shops. Im Zertifikat muss der Status grün markiert sein und auf „gültig“ stehen. Lautet er „nicht zertifiziert“, erfüllt der Shop die Kriterien laut Trusted Shops derzeit nicht.
  • Trusted Shops mit persönlicher Kennung. Die Hilfe des Anbieters beschreibt ein erweitertes Siegel mit Anmeldung. Du legst einmal eine persönliche Kennung aus Vorname, einem Datum und einer Farbe fest. Meldest du dich in einem Shop über das Siegel an, wird sie dir angezeigt. Ein gefälschter Shop kann sie nach Angaben von Trusted Shops nicht anzeigen. Der Weg setzt ein Konto beim Anbieter voraus.
  • EHI Geprüfter Online-Shop. Such den Shop in der Shopliste des EHI, von dort kommst du zum Zertifikat. Der Klick auf das Siegel führt nach Angaben des EHI ebenfalls dorthin. Das EHI schreibt: „Nur mit Zertifikat ist ein Siegel gültig und echt.“ Die Adresse jedes echten Zertifikats beginnt laut EHI mit derselben Zertifikatsadresse des Instituts. Lies deshalb die Adresszeile der Zertifikatsseite. Jeder Shop wird nach Angaben des EHI jedes Jahr erneut geprüft.
  • Österreichisches E-Commerce-Gütezeichen. Zertifizierte Angebote werden nach Angaben des Anbieters jährlich geprüft und in einem Verzeichnis geführt. Such den Shop dort.

Eine Übersicht der Siegel mit ihren Prüfwegen steht auf der Seite Gütesiegel.

Siegel mit und ohne Prüfung dahinter

Warum der Klick allein nicht reicht

Der Siegel-Link steht im Shop und führt dorthin, wohin der Betreiber ihn setzt. Der Ratgeber Internetkriminalität der Polizei schreibt: „Es wurden sogar schon Siegelanbieterseiten gefälscht, die eine Gegenkontrolle ermöglichten. Aus diesem Grund sollte nicht dem Siegel-Link auf der Shopseite gefolgt werden.“Er rät zu prüfen, ob der Shop im Verzeichnis des Siegelanbieters geführt ist, und dabei auf die Schreibweise zu achten, schon ein Bindestrich könne den Unterschied machen. Ruf die Seite des Siegelanbieters deshalb selbst auf, über die Suchmaschine oder ein Lesezeichen.Wie ganze Shops samt Texten und Bildern kopiert werden, beschreibt der Artikel Fakeshops aus dem Baukasten.

Ein nicht klickbares Siegel kann auch ein technischer Fehler sein. Trusted Shops nennt zwei mögliche Gründe: einen kurzfristigen technischen Fehler oder eine missbräuchliche Nutzung. Die Suche im Verzeichnis klärt beide Fälle.

Warum der Klick auf das Siegel nicht reicht

Nach dem Ratgeber Internetkriminalität der Polizei.

Quelle: Polizei, Ratgeber Internetkriminalität: Fakeshops, Gegenkontrolle von Gütesiegeln

Eingestellte, erfundene und verwechselte Siegel

Erfundene und eingestellte Siegel belegen keine laufende Prüfung, Bewertungssiegel zeigen gesammelte Kundenstimmen.

  • Erfundene Siegel. Die Verbraucherzentrale schreibt: „Teilweise erfinden Händler sogar eigene Siegel, hinter denen gar kein Mehrwert steckt.“ Ist nicht erkennbar, wer ein Siegel vergibt und wofür es steht, bringt es dir beim Kauf nichts.
  • Eingestellte Siegel. Das Siegel s@fer-shopping von TÜV Süd bestand laut Wikipedia von 2001 bis 2021. Die Seite von TÜV Süd dazu ließ sich am 3. Oktober 2026 nicht abrufen, wir stützen uns hier auf diese Sekundärquelle. Ein Shop, der das Logo noch zeigt, belegt damit keine laufende Prüfung.
  • Bewertungssiegel. Logos von Bewertungsplattformen zeigen gesammelte Kundenbewertungen. Wir unterscheiden sie von Zertifizierungssiegeln, bei denen der Anbieter den Shop selbst prüft. Wie du Bewertungen liest, steht im Artikel Shop-Erfahrungen und Bewertungen prüfen.

Das BSI weist darauf hin, dass Gütesiegel unterschiedliche Prüfmethoden und Anforderungen haben, und rät zu prüfen, welche Mindestanforderungen ein Siegel bestätigt. Ein einheitliches Gütesiegel für Internethändler gibt es laut Verbraucherzentrale nicht. Beide verweisen auf die Prüfkriterien der Initiative D21.

Was Siegelanbieter und Gesetz gegen Missbrauch tun

Die Anbieter gehen gegen Missbrauch vor. Das EHI führt eine öffentliche Liste von Shops, die sein Siegel rechtswidrig verwenden. Am 3. Oktober 2026 standen dort 18 Adressen. Das EHI schreibt dazu, die Betreiber hätten ihren Sitz regelmäßig außerhalb Deutschlands und auch außerhalb der EU, das sofortige Entfernen des Siegels sei deshalb in der Regel nicht möglich. Solche Shops meldet das EHI nach eigenen Angaben auch der Zentrale zur Bekämpfung des unlauteren Wettbewerbs.

Ein Abgleich der 18 Adressen mit den 200 zuletzt geprüften Einträgen unserer Fakeshop-Liste am selben Tag ergab keinen Treffer. Bei einer so kleinen Stichprobe war das zu erwarten. Über unseren Gesamtbestand sagen 200 Einträge nichts.

Nach Nummer 2 des Anhangs zu § 3 Absatz 3 UWG ist „die Verwendung von Gütezeichen, Qualitätskennzeichen oder Ähnlichem ohne die erforderliche Genehmigung“ gegenüber Verbrauchern stets unzulässig. Einen Verdacht kannst du dem Anbieter melden. Trusted Shops nimmt den Link des Shops per E-Mail entgegen. Das EHI hat ein Meldeformular für Shops, die das Siegel ohne Zertifikatslink zeigen und nicht in der Liste der Siegelträger stehen.

Was unsere Shop-Prüfung bei Siegeln prüft

Die Shop-Prüfung sucht auf der Seite nach Siegeln und prüft ihren Bezug zum Anbieter. Im Einzelnen:

  • Erkennung. Sie erkennt Siegel an eingebundenen Bausteinen, Links, Bildern und Text. Dazu gehören Trusted Shops, EHI Geprüfter Online-Shop, das Österreichische E-Commerce-Gütezeichen, Swiss Online Garantie, das Käufersiegel des Händlerbunds und das eingestellte s@fer-shopping.
  • Bezug zum Anbieter. Bei einem Zertifizierungssiegel prüft sie, ob es zum Anbieter führt.
  • Abfrage bei Trusted Shops. Für Trusted Shops fragt sie zusätzlich die öffentliche Shopsuche des Anbieters ab.

In vier Schritten prüfen

  1. Verzeichnis des Anbieters selbst aufrufen.

    Öffne die Seite des Siegelanbieters über ein Lesezeichen oder die Suchmaschine und such den Shop in der Shopsuche oder Shopliste. Achte auf die Schreibweise der Adresse. Findest du ihn dort nicht, kauf nicht im Vertrauen auf das Siegel.

  2. Namen und Status vergleichen.

    Der Eintrag oder das Zertifikat sollte die Adresse des Shops nennen und denselben Firmennamen wie das Impressum. Achte auf den Status: gültig, abgelaufen oder nicht zertifiziert.

  3. Den Klick nur als Zusatz nutzen.

    Klickst du das Siegel im Shop an, lies die Adresszeile. Öffnet sich nur die Startseite des Shops oder eine Seite ohne Zertifikat, ist das ein Warnzeichen. Landest du scheinbar beim Anbieter, beweist das nichts, weil der Shop den Link selbst gesetzt hat.

  4. Verdacht melden.

    Melde den Shop dem Siegelanbieter und schick uns die Adresse über Shop melden, dann prüfen wir sie für die Liste.

Ein Siegel ersetzt die übrige Prüfung nicht

Das BSI schreibt, die Anbieter prüften nur Shops und Bestellprozesse, vor Phishing etwa schütze ein Siegel nicht. Die Verbraucherzentrale hält fest, ein Shop ohne Gütesiegel sei nicht von vornherein als unseriös zu bewerten. Sieh dir deshalb auch Impressum, Domain-Alter und Zahlungsarten an.Die Merkmale im Zusammenhang beschreibt der Artikel Onlineshop prüfen, zur Zahlung per Überweisung siehe Vorkasse im Onlineshop. Weitere Warnzeichen stehen auf der Seite Fakeshop erkennen.

Häufige Fragen

Woran erkenne ich ein echtes Trusted Shops Gütesiegel?

An der Shopsuche von Trusted Shops, die du selbst aufrufst: Dort stehen alle aktuell zertifizierten Shops. Nach Angaben des Anbieters ist ein echtes Siegel außerdem immer klickbar und führt zum Zertifikat des Shops, in dem der Status grün markiert sein und auf gültig stehen muss.

Was bedeutet es, wenn sich ein Siegel nicht anklicken lässt?

Es kann eine Fälschung sein oder ein technischer Fehler. Die Verbraucherzentrale schreibt, in diesem Fall dürfte es sich um eine Fälschung handeln. Trusted Shops nennt als zweite Möglichkeit einen kurzfristigen technischen Fehler. Ruf die Seite des Siegelanbieters selbst auf und such den Shop im Verzeichnis. Steht er dort nicht, verlass dich nicht auf das Siegel.

Gibt es das TÜV-Siegel s@fer-shopping noch?

Nach Wikipedia nicht mehr: Das Siegel von TÜV Süd bestand von 2001 bis 2021. Eine Bestätigung von TÜV Süd konnten wir am 3. Oktober 2026 nicht abrufen. Ein Shop, der das Logo noch zeigt, belegt damit keine laufende Prüfung.

Können auch die Seiten der Siegelanbieter gefälscht sein?

Ja. Der Ratgeber Internetkriminalität der Polizei schreibt, es seien schon Seiten von Siegelanbietern gefälscht worden. Er rät deshalb, dem Siegel-Link im Shop nicht zu folgen und im Verzeichnis des Anbieters nachzusehen, ob der Shop dort geführt ist.

Ist ein Shop ohne Gütesiegel verdächtig?

Nein. Die Verbraucherzentrale schreibt, ein Shop ohne Gütesiegel sei nicht von vornherein als unseriös zu bewerten. Ein einheitliches Siegel für Internethändler gibt es nicht. Prüf in diesem Fall Impressum, Alter der Domain und Zahlungsarten.

Unsicher bei einem Shop?

Gib die Adresse ein. Du bekommst das Urteil mit einer Begründung zu jedem geprüften Merkmal.

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Hinweis

Die Artikel dienen der Aufklärung und sind mit KI-Unterstützung recherchiert. Einzelfälle können abweichen. Für eine rechtliche Einschätzung wende dich an die Verbraucherzentrale oder an eine Rechtsanwältin oder einen Rechtsanwalt.