Eine Handelsregisternummer prüfst du kostenfrei im Registerportal der Länder. Ob der Shop zu der eingetragenen Firma gehört, erfährst du nur von der Firma selbst. Fakeshops schreiben Handelsregisternummer, Anschrift und Umsatzsteuer-Identifikationsnummer echter Unternehmen in ihr Impressum, und jede dieser Angaben lässt sich nachschlagen. Das Polizeipräsidium Trier warnte am 24. September 2026 vor Heizöl-Shops, die so vorgehen. Die Firmen haben mit dem Angebot nichts zu tun.
Was Polizei und Verbraucherschutz derzeit melden
Mehrere Stellen beschreiben dieselbe Masche.Das Polizeipräsidium Trier schreibt in seiner Warnung vom 24. September 2026, die Betreiber verschiedener Fakeshops täuschten Seriosität vor, „indem sie Daten und Angaben real existierender Unternehmen in ihrem Impressum verwenden - darunter teils echte Handelsregistereinträge, Adressen und Steuernummern“.Weiter heißt es: „Diese Firmendaten stehen jedoch in keinem Zusammenhang mit dem betrügerischen Angebot.“ Anlass waren mehrere Geschädigte, die nach einer Heizölbestellung weder Ware noch Erstattung bekamen.
Das Polizeipräsidium Niederbayern schilderte am 29. Oktober 2025 einen Fall aus dem Landkreis Freyung-Grafenau. Eine Frau bestellte Heizöl für rund 700 Euro. Als nichts geliefert wurde, fragte sie bei der Firma nach, deren Daten im Shop standen.Laut Polizei stellte sich heraus, „dass das Unternehmensprofil zur Erstellung einer Fakeseite verwendet wurde“. Mehr zu dieser Warengruppe steht im Artikel Fakeshops für Brennholz, Pellets und Heizöl.
Das österreichische Regierungsportal Onlinesicherheit nennt das Vorgehen „Impressumsdiebstahl“. In einem Fall vom August 2025 hatte ein gefälschter Markenshop die Pflichtangaben von der Originalseite kopiert, und seine Links zu Hilfeseiten und Social-Media-Profilen führten zum echten Unternehmen.Die Polizeiliche Kriminalprävention rät deshalb, auch einem vorhandenen Impressum nicht blind zu vertrauen. Meist lasse sich durch eine Internetrecherche herausfinden, dass die angegebene Adresse gar nicht existiert oder von einem anderen Unternehmen übernommen wurde.Das Polizeipräsidium Neubrandenburg schrieb im August 2026: „Auch ein vorhandenes Impressum kann gefälscht sein.“
Was ein Registereintrag belegt
Ein Registereintrag belegt, dass eine Firma mit diesem Namen, dieser Nummer und diesem Sitz eingetragen ist. Über die Website, auf der die Nummer steht, sagt er nichts.Die Daten sind leicht zu bekommen: Das Register ist öffentlich, und § 5 des Digitale-Dienste-Gesetzes (DDG) verpflichtet jeden geschäftsmäßigen Anbieter, sie im Impressum zu nennen.Dazu gehören Name und Anschrift, bei juristischen Personen Rechtsform und Vertretungsberechtigter, eine E-Mail-Adresse, das Register mit Registernummer und eine vorhandene Umsatzsteuer-Identifikationsnummer.
Wer ein Impressum kopiert, bekommt alle diese Angaben in einem Stück. Der kopierte Text sieht formal vollständig aus. § 33 DDG droht bis zu 50.000 Euro Geldbuße an, wenn eine dieser Informationen fehlt, falsch oder unvollständig ist. Eine Prüfung der Angaben vor der Veröffentlichung sieht § 5 DDG nicht vor. Ein Shop geht online, ohne dass jemand das Impressum mit dem Betreiber abgleicht.
So prüfst du, ob Shop und Firma zusammengehören
Frag das Handelsregister und die Umsatzsteuer-ID ab, such die Firma getrennt vom Shop und ruf sie an. Die Abfragen zeigen, ob es die Firma gibt und ob die Angaben zueinander passen. Ob der Shop zu ihr gehört, erfährst du von der Firma selbst.
- Handelsregister abrufen.
Über das gemeinsame Registerportal der Länder kannst du bundesweit nach Firmenname oder Registernummer suchen. Seit dem 1. August 2022 ist der Abruf kostenfrei, eine Registrierung ist nach Angaben der bayerischen Justiz nicht mehr erforderlich. Vergleiche Firmenname, Rechtsform, Sitz und Registergericht mit dem Impressum. Steht im Register, dass die Firma gelöscht ist, passt das nicht zu einem laufenden Shop.
- Umsatzsteuer-ID prüfen.
Über das Mehrwertsteuer-Informationsaustauschsystem MIAS der EU-Kommission kann jeder eine Nummer abfragen. Das Ergebnis lautet gültig oder ungültig. Ungültig heißt laut dem EU-Portal Your Europe, dass die Nummer nicht existiert oder nicht für Geschäfte über EU-Grenzen freigeschaltet ist. Findest du in MIAS nichts, verweist Your Europe an die zuständigen Behörden im eigenen Land. Das Bestätigungsverfahren des Bundeszentralamts für Steuern richtet sich an deutsche Unternehmen, die Nummern aus anderen EU-Staaten prüfen, und hilft dir als Käufer nicht weiter.
- Die Firma selbst suchen.
Gib den Firmennamen aus dem Register in eine Suchmaschine ein. Hat die Firma eine eigene Website unter einer anderen Adresse, verkauft sie etwas ganz anderes oder gar nicht an Privatkunden, passt der Shop nicht zu ihr. Das Polizeipräsidium Trier schreibt, bei aktiver Gegenrecherche zeigten sich oft andere Unternehmen oder Personen als Inhaber.
- Anrufen und nachfragen.
Such die Telefonnummer der Firma selbst heraus, etwa von ihrer eigenen Website oder aus dem Telefonverzeichnis. Die Nummer aus dem Shop führt zu den Betreibern des Shops. Frag, ob die Adresse des Shops zur Firma gehört. Im Fall aus Niederbayern brachte die Nachfrage bei der Firma die Klarheit, allerdings erst nach der Bestellung.
- Domain und Zahlungsempfänger ansehen.
Im österreichischen Fall war die Adresse des gefälschten Shops zehn Tage vor der Warnung registriert worden, die des Originals im Jahr 2004. Das Domain-Alter zeigt dir unsere Shop-Prüfung. Sollst du überweisen, vergleiche den Kontoinhaber mit der Firma im Impressum. Wie dir die Bank dabei hilft, steht im Artikel zur Empfängerüberprüfung. Die IBAN kannst du zusätzlich im IBAN-Check mit gemeldeten Betrugsfällen abgleichen.
Was unsere Prüfung beim Impressum abgleicht
Unsere Shop-Prüfung liest das Impressum aus und gleicht Registernummer, Firmenname und Umsatzsteuer-ID mit externen Stellen ab.
- Impressum. Wir halten fest, ob ein Impressum vorhanden ist, ob es Kontaktdaten und eine zustellfähige Anschrift mit Straße, Postleitzahl und Ort nennt und ob Register- oder Steuerangaben darin stehen. Eine E-Mail-Adresse allein zählt nicht als Anschrift.
- Handelsregister. Bei einer deutschen Nummer (HRA oder HRB) fragen wir ab, welche Firma unter dieser Nummer eingetragen ist, zuerst beim Registerportal, danach bei einem Registerdienst und über eine Websuche, die ein Sprachmodell auswertet. Vier Ergebnisse sind möglich: Firma und Nummer passen zusammen, es findet sich kein Eintrag, unter der Nummer steht eine andere Firma, oder die Firma ist gelöscht, insolvent oder in Liquidation.
- Umsatzsteuer-ID. Wir fragen die Nummer bei MIAS ab und senden Firmenname und Anschrift aus dem Impressum mit. Als Befund erscheint, wenn die Nummer ungültig ist oder wenn die hinterlegten Daten vom Impressum abweichen.
- Grenze. Hat ein Fakeshop Firmenname, Nummer, Gericht und Anschrift vollständig von einer echten Firma kopiert, passen alle Angaben zueinander. Unsere Prüfung findet dann einen gültigen Eintrag. Auf der Ergebnisseite steht deshalb in diesem Fall: „Zur angegebenen Registernummer gibt es einen Eintrag. Ob der Shop zu dieser Firma gehört, ist damit nicht belegt.“
Weil der Registerabgleich diese Lücke hat, sehen wir uns weitere Merkmale an: wie alt die Domain ist, ob ein genannter Kontoinhaber zur Firma im Impressum passt und ob die Adresse auf einer Warnliste steht. Keine automatische Prüfung erkennt jede Fälschung, ein unauffälliges Ergebnis ist deshalb keine Garantie. Wie die Prüfung insgesamt arbeitet, beschreibt die Seite Methodik.
Wenn ein Fakeshop die Daten deiner Firma verwendet
Sichere zuerst Belege und erstatte dann Anzeige. Meist erfährst du davon, weil sich Menschen bei dir melden, die in einem fremden Shop bestellt und nichts bekommen haben. Deine Firma hat weder die Bestellung noch das Geld erhalten. Das Polizeipräsidium Trier bittet Unternehmen, deren Daten ohne Zustimmung in Onlineshops verwendet werden, dies der Polizei mitzuteilen.
- Belege sichern.
Mach Bildschirmfotos vom Impressum des fremden Shops, von der Startseite und von der Adresszeile, jeweils mit Datum. Heb Nachrichten von Betroffenen auf. Wie du Belege so sicherst, dass Polizei und Anwalt damit arbeiten können, steht unter Beweissicherung.
- Anzeige erstatten.
Das geht in vielen Bundesländern online. Die Online-Wachen findest du unter Meldestellen, den Ablauf im Artikel Fakeshop melden und anzeigen. Notier dir das Aktenzeichen, du brauchst es für die folgenden Schreiben.
- Registrar und Hoster anschreiben.
Wer eine Domain verwaltet, steht in der öffentlichen Registrierungsauskunft. Nach den Regeln der Vergabeorganisation ICANN müssen zugelassene Registrare eine Kontaktadresse für Missbrauchsmeldungen veröffentlichen und Meldungen zügig nachgehen. Für Länderendungen wie .de gelten die Regeln der jeweiligen Vergabestelle. Schick Belege und Aktenzeichen mit.
- Auf der eigenen Website hinweisen.
Schreib an gut sichtbarer Stelle, unter welchen Adressen deine Firma verkauft und dass der fremde Shop nicht zu ihr gehört. Wer deine Firma sucht, weil er dem Shop misstraut, findet den Hinweis. Dein Kundendienst kann darauf verweisen.
- Uns den Shop melden.
Über Shop melden kannst du uns die Adresse schicken, dann prüfen wir sie für die Liste. Unser kostenpflichtiger Markenschutz für Firmen gleicht deine Firmendaten laufend mit den Shops ab, die wir prüfen, und meldet dir Treffer mit Fundstelle. Hältst du eine Angabe zu deiner Firma oder die Bewertung deines eigenen Shops bei uns für falsch, nutze das Formular Richtigstellung.
Ob du darüber hinaus zivilrechtlich gegen die Verwendung deines Firmennamens vorgehen kannst, hängt vom Einzelfall ab. Das klärt eine Anwältin oder ein Anwalt, dieser Artikel ist keine Rechtsberatung.
Schon bezahlt: die nächsten Schritte
Ruf zuerst deine Bank an. Die Verbraucherzentrale schreibt, eine selbst getätigte Überweisung lasse sich nicht mehr rückgängig machen, wenn die Bank den Auftrag schon durchgeführt hat. Die Bank kann versuchen, den Betrag zurückzufordern.Laut Bundesbank hängt eine Rückbuchung vom Einverständnis des Empfängers ab, und damit ist bei einem Fakeshop nicht zu rechnen. Bei Lastschrift und Kreditkarte hast du mehr Möglichkeiten. Die Schritte nach Zahlungsart stehen unter Geld überwiesen.Erstatte danach Anzeige, das rät auch das Polizeipräsidium Trier. Sag der Firma Bescheid, deren Daten im Impressum standen. Sie kann selbst Anzeige erstatten und andere warnen. Welche Maschen sonst gerade gemeldet werden, sammeln wir monatlich unter Aktuelle Betrugsmaschen.



