Bei vielen Fakeshops endet die Bestellung gleich: Die gezeigten Zahlungsarten fallen weg, übrig bleibt die Überweisung im Voraus. Eine abgeschickte Überweisung holst du in der Regel nicht zurück, ruf deine Bank trotzdem sofort an. Seit dem 9. Oktober 2025 müssen Banken im Euroraum Echtzeitüberweisungen anbieten, das Geld ist dann in Sekunden beim Empfänger. Am selben Tag kam die Empfängerüberprüfung dazu, die vor der Freigabe Name und IBAN vergleicht.
Warum Fakeshops auf Überweisung bestehen
Eine Überweisung kann der Zahler kaum zurückholen. Nach § 675p BGB lässt sich ein Zahlungsauftrag nicht mehr widerrufen, sobald er bei der Bank des Zahlers zugegangen ist. Ein späterer Widerruf setzt voraus, dass Kunde und Bank ihn vereinbart haben. Für Lastschrift, Kreditkarte und Bezahldienste gibt es Verfahren, über die eine Zahlung zurückkommen kann.
BSI, Verbraucherzentrale und Polizei beschreiben denselben Ablauf. Die Verbraucherzentrale schreibt: „Oft werden Kund:innen bis zum letzten Bestellschritt mehrere Zahlungsweisen angeboten. Doch bei der eigentlichen Bestellung wird dann nur noch Vorkasse, etwa in Form einer Überweisung, verlangt.“Das BSI nennt das typisch für Fakeshops, die Polizeiliche Kriminalprävention führt es als Erkennungszeichen.In ihrem Ratgeber zum Zurückholen von Geld (Stand 3. August 2026) schreibt die Verbraucherzentrale außerdem, betrügerische Shops fielen längst nicht mehr automatisch mit extrem günstigen Angeboten oder Zahlungen ins Ausland auf.
Die Polizeiliche Kriminalprävention rät: „Zahle auf keinen Fall per Vorkasse (Banküberweisung) an unbekannte Personen oder Onlineshops.“ Was der Begriff umfasst, steht im Glossar unter Vorkasse.
- 1AuswahlMehrere Zahlungsarten werden gezeigt.
- 2Letzter SchrittNur noch Vorkasse bleibt übrig.
- 3ÜberweisungDu gibst sie bei deiner Bank frei.
- 4EchtzeitDas Geld ist meist in zehn Sekunden da.
- 5RückbuchungNur mit Einverständnis des Empfängers.
Ablauf nach Beschreibung von Verbraucherzentrale und Polizei, Fristen nach Bundesbank.
Quellen: Verbraucherzentrale: Abzocke online, wie erkenne ich Fakeshops im Internet? (Stand 11.06.2025); Deutsche Bundesbank: Fragen und Antworten zu Echtzeitüberweisungen und Empfängerüberprüfung
Was nach der Überweisung noch möglich ist
Eine ausgeführte Überweisung kommt in der Regel nicht zurück. Die Verbraucherzentrale schreibt: „Meist hilft noch nicht einmal ein schneller Anruf, da viele Überweisungen in Echtzeit gebucht werden.“Seit dem 9. Oktober 2025 müssen Zahlungsdienstleister im Euroraum ihren Kundinnen und Kunden anbieten, Echtzeitüberweisungen zu senden. Die Bundesbank beschreibt sie als Überweisungen, die in der Regel innerhalb von höchstens zehn Sekunden abgewickelt werden, rund um die Uhr und auch am Wochenende.Sie seien wie herkömmliche Überweisungen grundsätzlich nicht widerruflich, der Betrag könne in der Regel nicht zurückgeholt werden.
Ruf deine Bank trotz der kurzen Frist an. Für fehlerhaft beauftragte Echtzeitüberweisungen rät die Bundesbank, sich umgehend an den eigenen Zahlungsdienstleister zu wenden, der versuchen kann, den Betrag zurückzufordern. Sie schreibt dazu, eine Rückbuchung hänge vom Einverständnis der Empfängerin oder des Empfängers ab.Bei einem Fakeshop ist damit nicht zu rechnen. Die Schritte stehen unter Geld überwiesen und Überweisung zurückholen.
Was die Empfängerüberprüfung bei Vorkasse zeigt
Die Empfängerüberprüfung zeigt, ob der eingetragene Name zum Konto passt. Seit dem 9. Oktober 2025 müssen Kreditinstitute sie laut BaFin bei Überweisungen durchführen. Es gibt vier Ergebnisse: Die Daten stimmen überein, sie stimmen fast überein und die Bank nennt dir den hinterlegten Namen, sie weichen ab und die Bank weist dich auf das Risiko hin, oder die Prüfung war nicht möglich. Die ersten drei nennt die BaFin, das vierte die Verbraucherzentrale.
Trag als Empfänger den Firmennamen aus dem Impressum ein. Weicht das Ergebnis ab, gehört das Konto womöglich jemand anderem. Brich ab und frag den Shop nach dem Kontoinhaber.Die Verbraucherzentrale (Stand 1. September 2026) rät, bei einer Warnung nicht freizugeben: „Wenn Sie eine Überweisung trotz einer Warnung absenden, tragen Sie das Risiko selbst.“Die BaFin schreibt, der Zahlungsdienstleister hafte nicht für den Schaden, wenn er die Empfängerüberprüfung durchgeführt hat und die Zahlung an den falschen Empfänger geht.
Ein übereinstimmendes Ergebnis zeigt nur, dass Name und IBAN zusammenpassen. Die Bundesbank schreibt: „Der Abgleich kann nur Abweichungen zwischen IBAN und Name identifizieren.“ Nennt dir ein Shop eine Privatperson als Kontoinhaber und trägst du deren Namen ein, meldet die Bank Übereinstimmung. Die Einzelheiten stehen im Artikel zur Empfängerüberprüfung bei Fakeshops.
Zahlungsarten mit einem Weg zurück
Vier Zahlungsarten lassen einen Rückweg offen. Fristen und Bedingungen unterscheiden sich, eine Übersicht steht unter Zahlungsarten.
- Kauf auf Rechnung. Du zahlst nach der Lieferung. Die Verbraucherzentrale fasst es so: erst die Ware, dann das Geld. Läuft die Rechnung über einen Zahlungsdienst, gelten dessen Bedingungen, siehe Klarna.
- SEPA-Lastschrift. Nach § 675x BGB kannst du die Erstattung ohne Angabe von Gründen verlangen, wenn du das innerhalb von acht Wochen ab der Belastung tust. War die Lastschrift nicht genehmigt, geht das laut Verbraucherzentrale bis zu 13 Monate. Mehr unter Lastschrift zurückgeben.
- Kreditkarte. Über die kartenausgebende Bank lässt sich eine Zahlung im Charge-Back-Verfahren stornieren. Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass eine Bearbeitungsgebühr anfallen kann. Melde dich früh, die Frist nennt dir die Bank. Mehr unter Kreditkarte und Chargeback.
- PayPal und andere Bezahldienste. PayPal verlangt die Meldung innerhalb von 180 Tagen nach dem Zahlungsdatum. Laut Verbraucherzentrale ist der Käuferschutz ausgeschlossen, wenn du die Option „Geld an Freunde und Familie senden“ nutzt. Mehr unter PayPal-Käuferschutz.
Rückweg offen
- Rechnung: erst die Ware, dann das Geld
- Lastschrift: acht Wochen Erstattung
- Kreditkarte: Chargeback über die Bank
- PayPal: Meldung binnen 180 Tagen
Kaum Rückweg
- Überweisung: nach Eingang nicht widerrufbar
- Echtzeit: meist in zehn Sekunden gebucht
- Rückbuchung nur mit Einverständnis
Fristen laut Gesetz, PayPal und Bundesbank, Bedingungen im Einzelfall verschieden.
Quellen: § 675p BGB: Unwiderruflichkeit eines Zahlungsauftrags (gesetze-im-internet.de); § 675x BGB: Erstattungsanspruch bei Lastschriften, acht Wochen (gesetze-im-internet.de); PayPal: Hilfe bei einer Bestellung, die nicht geliefert wurde (Meldefrist 180 Tage)
Der Käuferschutz der Bezahldienste hat Lücken. Die Verbraucherzentrale (Stand 13. August 2026) weist darauf hin, dass dem Dienst oft ein Versandbeleg des Händlers genügt. Deine Rechte aus dem Kaufvertrag bestehen daneben weiter. „Das Transport- und Verlustrisiko der Ware trägt der Unternehmer“, schreibt die Verbraucherzentrale.Die gesetzliche Grundlage ist § 475 Absatz 2 BGB. Bei einem Fakeshop helfen diese Rechte wenig, wenn der Betreiber nicht greifbar ist. Was ein Käuferschutz abdeckt, steht im Glossar.
Was unsere Shop-Prüfung bei den Zahlungsarten liest
Die Shop-Prüfung liest die Zahlungsangaben eines Shops aus, ohne zu bestellen. Im Einzelnen:
- Genannte Zahlungsarten. Sie liest aus, welche Zahlungsarten der Shop nennt, und hält fest, wenn er auf Vorkasse besteht.
- Kontoinhaber. Nennt der Shop eine Bankverbindung, vergleicht sie den Kontoinhaber mit dem Betreiber aus dem Impressum und das Land der IBAN mit dem Sitz des Shops.
- Gemeldete IBAN. Sie gleicht die IBAN mit Konten ab, die uns aus Betrugsmeldungen bekannt sind. Denselben Abgleich kannst du im IBAN-Check selbst machen.
Schon überwiesen: fünf Schritte
- Bank sofort informieren.
Ruf an, schildere den Verdacht und bitte darum, den Betrag zurückzufordern. Notiere Datum, Uhrzeit und den Namen der Person, mit der du gesprochen hast.
- Belege sichern.
Bildschirmfotos von Shop, Angebot, Impressum und Zahlungsanweisung, dazu Bestellbestätigung, E-Mails und Kontoauszug. Die Verbraucherzentrale rät, alle Belege der Bestellung zu sammeln. Wie das geht, steht unter Beweissicherung.
- Anzeige erstatten.
Das geht bei der Online-Wache deines Bundeslandes, die Adressen stehen unter Meldestellen. Was in die Anzeige gehört, beschreibt der Artikel Fakeshop melden und anzeigen.
- Shop melden.
Schick uns die Adresse über Shop melden, dann prüfen wir sie für die Liste. Die IBAN aus der Zahlungsanweisung hilft dabei.
- Nicht vertrösten lassen.
Die Verbraucherzentrale beschreibt, dass Händler Lieferschwierigkeiten vortäuschen und Betroffene hinhalten, damit sie keine weiteren Schritte einleiten. Weitere Zusagen verschieben nur den Zeitpunkt, an dem du handelst. Weitere Hilfe steht unter Betroffen.
Vorkasse kommt auch bei Händlern vor, die liefern
Manche Händler, die liefern, bieten nur Vorkasse an. Die Verbraucherzentrale rät dennoch: „Ohne kundenfreundliche Zahlungsweise sollten Sie besser nichts bestellen.“ Kommen weitere Merkmale dazu, etwa eine junge Domain, ein Impressum, das zu einer anderen Firma führt, oder ein Siegel ohne Zertifikat, brich die Bestellung ab.Die Merkmale im Zusammenhang beschreibt der Artikel Onlineshop prüfen, Beispiele zeigt die Seite Fakeshop erkennen. Welche Maschen derzeit kursieren, steht im Überblick Aktuelle Betrugsmaschen.
Kommt das Paket stattdessen per Nachnahme und der Zusteller kassiert bar, gibt es keine Bank, bei der du etwas zurückholen kannst. Was du an der Tür tust, steht im Artikel Nachnahme-Paket.



