Zum Inhalt
Alle Maschen

Fake-Fahrzeugbericht: Der Käufer will einen Bericht, du sollst ihn bezahlen

Du verkaufst dein Auto privat. Ein Interessent meldet sich schnell und will kaufen, aber erst, wenn du einen Fahrzeugbericht auf einer Seite bestellst, die er dir nennt. Du zahlst um die 20 bis 40 Euro, danach ist der Interessent verschwunden. Den Schaden hat hier der Verkäufer.

Trifft
Privatleute, die ein Auto online verkaufen
Einstieg
Verkaufsanzeige, dann Messenger
Betrag laut Quellen
meist 20 bis 40 Euro je Bericht
Bezahlt wird
Kreditkarte, teils PayPal
Interessentfiktiv
  1. Interessent: Hallo, ist der Golf noch zu haben? Ich würde ihn gern kaufen.
  2. Interessent: Schreib mir bitte auf WhatsApp, da antworte ich schneller.
  3. Du: Gern. Wann möchtest du ihn ansehen?
  4. Interessent: Vorher brauche ich einen Fahrzeugbericht. Bestell ihn bitte hier: fahrzeugbericht-check.invalid. Ohne Bericht kaufe ich nicht.
  5. BerichtsseiteVollständiger Bericht zu deinem Kennzeichen, 19,99 €. Zahlung per Kreditkarte.
  6. Du: Erledigt, ich schicke dir den Bericht.
  7. Zugestellt. Keine Antwort.
Fiktiv nachgestellt nach den Fallbeschreibungen der Quellen. Name, Nummer und Adresse sind erfunden.

Woran du die Masche erkennst

Die Nummern entsprechen den Stellen im Verlauf. Jedes Merkmal ist mit der Quelle belegt, aus der es stammt.

  1. Anfrage auf die Anzeige
  2. Wechsel in den Messenger
  3. Bericht auf vorgegebener Seite
  4. Zahlung
  5. Kontakt bricht ab
  1. Schnelles Kaufinteresse auf deine Anzeige

    Der Kontakt beginnt mit einer Antwort auf deine Verkaufsanzeige. Der Interessent wirkt entschlossen und will das Auto haben.

    Quellen:Watchlist InternetAutoScout24 Ratgeber

    Zur Stelle im Verlauf
  2. Das Gespräch soll in einen Messenger wechseln

    Er bittet dich, die Plattform zu verlassen und über WhatsApp oder SMS weiterzuschreiben. Watchlist Internet beschreibt das als Weg, dich aus der Verkaufsplattform herauszulocken.

    Quellen:Watchlist InternetAutoScout24 Ratgeber

    Zur Stelle im Verlauf
  3. Du sollst den Bericht selbst bestellen, auf seiner Seite

    Er nennt dir eine bestimmte Seite und macht den Kauf davon abhängig. Einen Bericht, den du anderswo besorgst, will er nicht.

    Quellen:Watchlist InternetAutoScout24 Ratgeber

    Zur Stelle im Verlauf
  4. Ein kleiner Betrag, oft nur per Kreditkarte

    Die Quellen nennen Beträge zwischen rund 20 und 40 Euro, die Polizei 30 Euro oder mehr. Hinter einem auffällig niedrigen Preis kann ein Abo stecken.

    Quellen:Watchlist InternetWatchlist InternetPolizeiliche Kriminalprävention der Länder und des BundesAutoScout24 Ratgeber

    Zur Stelle im Verlauf
  5. Die Berichtsseite wirkt bekannt, belegt aber nichts

    Watchlist Internet fand auf solchen Seiten fehlende Impressumsangaben, Logos bekannter Automagazine ohne Bezug, erfundene Kundenzahlen und Domains, die erst wenige Tage alt waren.

    Quellen:Watchlist InternetWatchlist Internet

    Zur Stelle im Verlauf
  6. Nach der Zahlung ist der Interessent weg

    Der Bericht ist wertlos oder kommt nie an. Der angebliche Käufer meldet sich nicht mehr. Eine Kaufabsicht gab es nicht.

    Quellen:Watchlist InternetAutoScout24 Ratgeber

    Zur Stelle im Verlauf

Warum der Bericht nichts beweist

AutoScout24 weist darauf hin, dass es Lebensläufe von Fahrzeugen, wie sie in den USA üblich sind, für in Deutschland zugelassene Autos nicht gibt. Ein Grund ist der Datenschutz rund um die Fahrgestellnummer (FIN).

Die Polizei rät, die FIN nicht an Unbekannte weiterzugeben. Gibst du sie weiter, hat der Täter neben dem Geld auch deine Fahrzeugdaten.

Quellen:AutoScout24 RatgeberPolizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes

Wenn du schon bezahlt hast

Je schneller, desto besser. Bei der Kreditkarte entscheidet deine Bank über die Rückbuchung, bei PayPal der Käuferschutz.

  1. Mit Kreditkarte bezahlt

    Ruf die Bank an, die deine Karte ausgegeben hat, und frag nach einer Rückbuchung. Besprich, ob die Karte gesperrt werden soll, weil die Seite deine Kartendaten hat. Chargeback Schritt für Schritt

  2. Mit PayPal bezahlt

    Melde den Fall in PayPal unter „Konfliktlösungen“. Ob der Käuferschutz greift, hängt von der Zahlungsart und den Bedingungen von PayPal ab. PayPal-Käuferschutz

  3. Beim Anbieter widersprechen

    Fordere den Betrag schriftlich zurück und kündige vorsorglich ein mögliches Abo. Heb Bestätigung und Antwort auf.

  4. Abrechnungen beobachten

    Prüf die nächsten Kartenabrechnungen auf weitere Abbuchungen derselben Seite.

  5. Anzeige erstatten

    Erstatte Anzeige bei der Online-Wache deines Bundeslands. Ein Aktenzeichen hilft auch bei der Bank. Online-Wache finden

Vorlagen zum Kopieren

Antwort an den Interessenten
Einen Bericht bestelle ich nicht. Du kannst das Auto gern vor Ort ansehen und es auf eigene Kosten bei einer Werkstatt oder Prüfstelle deiner Wahl prüfen lassen.

Bleibt die Antwort aus, hast du nichts verloren.

Erstattung beim Anbieter verlangen
Guten Tag,

am [Datum] habe ich auf [Adresse der Seite] einen Fahrzeugbericht für [Betrag] Euro bezahlt (Bestellnummer [Nummer]).

Ich fordere Sie auf, den Betrag bis zum [Datum, 14 Tage später] auf meine Karte zu erstatten. Ein mit der Bestellung verbundenes Abonnement kündige ich vorsorglich zum nächstmöglichen Zeitpunkt.

Bitte bestätigen Sie Erstattung und Kündigung schriftlich.

Mit freundlichen Grüßen
[Name]

Schick die Mail an die Adresse aus deiner Bestellbestätigung und speichere sie.

Hast du einen Link bekommen?

Prüf die Seite, bevor du etwas bezahlst. Passt sie zu einer bekannten Masche, steht das im Prüfbericht.

Häufige Fragen

Ist jeder Wunsch nach einem Fahrzeugbericht Betrug?

Nein. Auffällig wird es, wenn du als Verkäufer den Bericht selbst bezahlen sollst, auf einer Seite, die der Interessent vorgibt, und der Kauf davon abhängen soll. Wer das Auto prüfen lassen will, kann es ansehen oder auf eigene Kosten prüfen lassen.

Darf ich die Fahrgestellnummer herausgeben?

Die Polizei rät, die FIN nicht an Unbekannte weiterzugeben. Gib sie erst heraus, wenn der Verkauf konkret wird und du weißt, mit wem du es zu tun hast.

Was hat das mit Fakeshops zu tun?

Die Berichtsseite ist ein Shop für ein Produkt, das keinen Wert hat. Unsere Shop-Prüfung bewertet solche Seiten wie jeden anderen Shop. Passt eine Seite zu dieser Masche, steht das im Prüfbericht.

Quellen